Aktuelles aus Web- und Sideblog
Müssen Designer HTML schreiben können?
In der Formulierung dieser Frage liegt schon der Fehler. Ich habe bewusst das Wort »Designer« verwendet und beziehe mich dabei auf den Artikel On Designers writing HTML von von Mark Boulton. Gestern gab es über Twitter eine recht rege Diskussion um die Frage, wie wichtig es ist, dass ein Designer die eigenen Kreationen auch umsetzen (können sollte). Mark bezieht sich auf diese Diskussion und führt sie in seinem Blog weiter, was sehr lesenswert ist. Das Fazit:
I think the answer is: It depends.
Ein guter Teil des Problems konstruiert sich in der Bezeichnung der Tätigkeit. »Designer« ist viel zu weit gefasst und gibt auch dem Kunden natürlich keinen Plan, was zu erwarten ist. »Webdesigner« wird von vielen Kollegen eher gering geschätzt, »Web-Entwickler« ist, glaube ich, recht angesehen. Von Letzterem würde ich auf jeden Fall erwarten, dass mir HTML geliefert wird, vom »Designer« allgemein nicht. Also ist man darauf angewiesen, die eigenen Kenntnisse und auch das eigene Tätigkeitsfeld genauer zu beleuchten, als Kunde muss man fragen, welche Dienste geboten werden. Das macht man in anderen Lebenslagen auch. Dazu sehr lesenswert: Welches Webdesignderl hätten’s denn gern?
Worum es aber v.a. neben der reinen Bezeichnung geht, ist die Frage, ob man eigene Kreationen umsetzen können muss. In der Diskussion wurde angeführt, dass Architekten ihre Pläne auch nicht selbst umsetzen und auch ein Mode-Designer seine Kreationen nicht selbst näht. (Anfangs vielleicht schon.) Auch Architekten und Mode-Designer wissen ganz genau, wie es gehen muss. Sie überprüfen die Arbeit der anderen, soweit sie das Projekt nicht nach der Lieferung der umzusetzenden Idee abgeben.
Es kann meiner Meinung nach nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen kommen, wenn ein Layout von jemandem erstellt wird, der absolut nicht internetaffin arbeitet und keine Ahnung hat, was später mit dem Entwurf passieren wird. Es ist aber auch eher unrealistisch zu erwarten, dass jeder »Web-Entwickler« die ganze Palette von der Informationsarchitektur über das Wireframing über den grafischen Entwurf über die Serveradministration bis hin zum neuesten jQuery-Tüpfelchen auch bei großen Projekten selbst liefert.
Um die Frage oben zu beantworten, muss das Tätigkeitsfeld des »Designers« genau abgegrenzt werden. Und wenn es sich auf die Gestaltung von Webseiten bezieht, denke ich, nein: Wer den grafischen Entwurf liefert, muss das HTML dazu nicht schreiben können. Aber ja, konkrete Vorstellungen von den verschiedenen Prozessen sind unabdingbar. Ich persönlich mache lieber alles bis zum fertigen HTML-Template selbst, die Einpassung in ein CMS z.B. gebe ich gern ab.
Verlosung: Zwei Exemplare von »Modernes Webdesign« zu gewinnen!
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Da »Modernes Webdesign« nun nicht nur sofort verfügbar ist, sondern auch in Form von mehreren Belegexemplaren den Weg zu mir gefunden hat, möchte ich meine Freude mit den pixelgraphix-Lesern teilen und zwei Exemplare verlosen. Die Verlosung läuft bis zum 25. Dezember 2009. Danach werden die Gewinner unter den ernst gemeinten Kommentaren ermittelt und je ein Exemplar geht an einen Gewinner. Bitte deshalb in den Kommentaren eine gültige E-Mail-Adresse angeben!
Und natürlich habe ich auch eine Frage: Welche Website steuert ihr täglich zuerst an und warum?
Update 26.12.2009: Vielen Dank für die rege Teilnahme an der Verlosung! Gewonnen haben Kay von Dreger und Cristina Scheidegger. Herzlichen Glückwunsch!!! Ich melde mich per Mail bei Euch!
Und natürlich will ich die Frage auch selbst noch beantworten. Früher blickte ich zuerst in den Google Reader, heute ist es meist Twitter – wenn auch nicht im Browser – wo ich schnell einen Überblick über meine Favoriten-Liste bekomme.
Ich wünsche allen Lesern weiterhin eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Modernes Webdesign - die zweite Auflage ist nun sofort lieferbar
Die erste Auflage meines Buches »Modernes Webdesign« erschien im Februar 2008. Seitdem hat sich im Bereich Webwork viel verändert. Es wurde Zeit für ein Update des Buches. Deshalb habe ich es im letzten halben Jahr komplett überarbeitet. Jetzt, im Dezember 2009, erscheint die erweiterte und aktualisierte 2. Auflage. Beim Verlag ist sie schon verfügbar (i), Amazon (i) sollte nachziehen und die lokalen Buchhändler werden auch gerade beliefert. Neu hinzu gekommen ist ein stärkerer Fokus auf die Arbeit im und für das »neue Web«. Die Diskussion der Themen »mobiles Webdesign«, »CSS3« und »HTML5« erhielt stärkeres Gewicht. Die HTML- und CSS-Praxis wurde ebenfalls überarbeitet und erweitert und z.B. um Themen wie »Parallax-Scrolling« und »CSS-Sprites« ergänzt. Kurz um, momentan ist es wirklich aktuell :-). Der Verlag hält eine Leseprobe als PDF (15MB) bereit. Ebenso kann man dort im Buch blättern. Galileo bietet neuerdings auch eine Online-Ausgabe sowie ein Paket aus Buch plus Online-Ausgabe an.
Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie, ohne die ich das Projekt nie hätte durchziehen können und Jens Grochtdreis, der wieder einmal viel mehr als »nur« Fachgutachter war.
Ich hoffe, das Update hat sich gelohnt und wünsche allen Lesern viel Spaß damit.
(i) Wenn das Buch über diese Links bestellt wird, erhalte ich eine Provisionsbeteiligung. Beim Kauf auf anderem Wege, erhalte ich diese Beteiligung nicht.
Gesammelte Design-Lösungen:
In seiner Flickr-Sammlung [Design Solutions] hortet der Screenshot-Abhängige Gustavo Pimenta Webdesign-Beispiele aller Art von 404 bis Vintage.
Es weihnachtet!
Wie jedes Jahr wird es auch in diesem Jahr einen Adventskalender der Webkrauts geben. Jeden Tag wird ein Quickie mit Tipps und Tricks aus der Praxis veröffentlicht werden.
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Wer selbst etwas Werbung für den Kalender machen möchte – und das kann nie schaden – findet hier passende Banner. Viel Spaß!