Buchtipp: Eric Meyer’s CSS

20.10.2005, 08:59 in css, essays. Trackback-URL, Kommentar-Feed.

Cover: Eric Meyer’s CSSEric Meyer ist jedem ein Begriff, der sich mit (X)HTML und CSS schon beschäftigt hat. Seine Bücher Cascading Style Sheets und CSS kurz und gut habe ich bereits gelesen und nun auch die Möglichkeit genutzt, in das neueste Werk “Eric Meyer’s CSS� reinzuschauen.

Was sofort auffällt, ist, dass es sich um ein attraktiv gestaltetes Buch handelt, das schon beim Durchblättern Lust auf mehr macht. Übersichtliche Abschnitte, farbige Beispiele und optisch abgesetzte Hinweise auf Tipps und Anmerkungen laden sofort zum Lesen und Stöbern ein.

“Eric Meyer’s CSSâ€? ist die Fortführung des 2002 erschienenen Erstlingswerks, was weithin positiv aufgenommen wurde. Es richtet sich an Leser, die mit ganz praktischen Projekten aus dem Alltag einsteigen und ihre CSS-Kenntnisse vertiefen wollen. Es werden zehn verschiedene Projekte vom Start – ohne Styles – bis hin zu fertig gestalteten Webseite interaktiv erarbeitet. Diese Projekte bauen aufeinander auf. Der Autor empfiehlt, praktisch im Web-Browser und Texteditor mitzuarbeiten. Das Material dazu wird auf der Website zum Buch zur Verfügung gestellt.
Aus dem Inhalt

  1. Eine existierende Seite wird konvertiert
  2. Eine Bildersammlung wird gestylt
  3. Ein Finanzbericht wird gestylt
  4. Positionieren im Hintergrund
  5. Listenbasierte Menüs
  6. Drop-down-Menüs mit CSS
  7. Hereinspaziert! Attraktive Tabs auf ihrer Webseite
  8. Ein Weblog wird gestylt
  9. Design einer Homepage
  10. Design im Garten

Der Ton ist umgangssprachlich und familiär gehalten, da es den Anschein haben soll, man schaue Herrn Meyer bei der Arbeit über die Schulter. Das klappt auch. Der größte Nutzwert des Buches wird wirklich dann offenbart, wenn man sich eingehend mit den Projekten beschäftigt und die Quelltexte bearbeitet. Dazu ist es sinnvoll, sich die Dateien zum Projekt erst einmal anzuschauen. Eine kurze Vorschau zu Projektbeginn zeigt unterschiedliche Projektstadien, Erwartungen werden in den Projektzielen definiert. Mit diesem Wissen ist der Einstieg in die einzelnen Projekte leichter, denn es geht stets zügig zur Sache. Im Anschluss an ein Projekt gibt es eine “Spielwiese�, die Aufbauaufgaben für den Leser bereit hält. Das letzte und umfangreichste Projekt Nummer 10 lässt den Leser ein grafisch sehr aufwendiges Design erstellen, das es in sich hat. Hier hat es sich Meyer zur Aufgabe gemacht, ein vorgegebenes Markup nicht zu verändern. Aufgabe der Spielwiese des abschließenden Projektes ist die Gestaltung eines Designs für den Zen Garden.

Grau ist alle Theorie, ab in die Praxis! “Eric Meyer’s CSS� ist kein Nachschlagewerk sondern ein echtes Arbeitsbuch. Die Kapitel (Projekte) bauen zwar aufeinander auf, können aber auch non-linear abgearbeitet werden. Wer ein Intensivtraining in Sachen CSS sucht, das auf anspruchsvolle Aufgaben zuarbeitet, dem sei es empfohlen. Der Preis ist mit €49,95 recht hoch angesiedelt. Wer alternativ eher ein hervorragendes Arbeitsbuch sucht, das zudem etwas mehr Theorie vermittelt, der sollte sich Bulletproof Web Design von Dan Cederholm anschauen.

Eric Meyer’s CSS ist bei Addison-Wesley im September 2005 erschienen und hat 269 Seiten.

P.S. Sehr gut gefallen hat mir das Vorwort von Douglas Bowman.

Werbeunterbrechung

Kommentare und Feedback (7)

Gravatar von glueglue (#)
20.10.2005, 06:23

Hmm. Die Lektoren von Addison-Wesley können offenbar auch nicht mehr richtig deutsch. Oder wie erklärt sich der Apostroph im Titel? :-(

Gravatar von ManuelaManuela (#)
20.10.2005, 07:20

@Jörg: Es ist eine Übersetzung von Jürgen Dubau.

@Jens: Dieses Buch ist geradezu “erstaunlich grafisch” für Eric Meyer. Trotzdem gefallen mir die gezeigten Beispiele in Bulletproof Web Design persönlich besser.

Gravatar von Jörg PetermannJörg Petermann (#)
20.10.2005, 09:06

War nett, ein paar kurze Statements zu Dan´s Buch zu lesen. :))

Gravatar von Jörg PetermannJörg Petermann (#)
20.10.2005, 09:26

Wenn ich es recht verstehe, ist das Buch die deutsche Übersetzung zu “More Eric Meyer on CSS”, dass es im Original bereitslänger gibt?

(Verstehe ehrlich nicht, warum man immer alle Titel ändern muss, häng aber wahrscheinlich an den fehlenden Band 1 in D.)

Das Cover sieht viel besser aus und die praktischen Beispiel sind auf einer Website natürlich immer eine sehr sinnvolle Ergänzung. Zu denken gibt mir nur, dass wir für gute Bücher immer so lange brauchen, bis sie in Deutsch erscheinen. Aber es gibt auch zu viel Englische.

Habe neulich die “Professional CSS” von Schmitt & Co. bestellt und war offen gesagt sehr enttäuscht. Hatte davon mehr erwartet. Du kennst ja auch beide, kommt Meyers Werk da besser zur Geltung?

Gravatar von ManuelaManuela (#)
20.10.2005, 09:43

Auch wenn es das englische Pendant schon etwas länger gibt ist Eric Meyer’s CSS aktuell. Es ist, wie ich geschrieben habe, ein richtiges Arbeitsbuch, von denen es – soweit ich sie kenne – sehr wenige gibt. Ich persönlich lerne lieber mit “mehr Theorie”, aber wer wirklich ganz praktisch vorgehen möchte, sollte einen Blick riskieren.

“Professional CSS” “leidet” meiner Meinung nach daran, dass die verschiedenen Autoren recht unterschiedliche Herangehensweisen hatten. Das merkt man beim Lesen leider deutlich denn das Buch ist irgendwie eher zersplittert und kein kompaktes “Ganzes”. In meinen Augen fängt es wirklich stark an und lässt dann aber auch mächtig nach. Die Erläuterungen zur Gestaltung der Website zum Buch und die Site selbst sind mir zu dürftig. Da kommt so gar keine Lust auf mehr Design auf. Das ist im oben beschriebenen Buch anders. Man merkt dem Autor seine Liebe zu CSS schon an.

Inhaltlich versucht “Professional CSS” eher ein kompletter Ratgeber mit Theorievermittlung anhand bestehender Webseiten zu sein. “Eric Meyer’s CSS” legt den Schwerpunkt auf die praktische Abarbeitung der wichtigsten Bereiche des CSS-basierten Webdesigns.

Gravatar von Jörg PetermannJörg Petermann (#)
20.10.2005, 10:18

Lieben Dank für die tollen Erläuterungen zu dem Buch.

Interessant, dass Du ähnliche Eindrücke von dem anderen Buch gewonnen hast, obwohl nur kompetente Autoren dahinter stecken. Aber das macht es wohl nicht allein. Nach mehreren Vergleichen scheint mir Bulletproof Web Design von Dan Cederholm in ähnlicher Weise heraus zu stechen.

Auch wenn das obige Buch NEU ist, gehe ich schon davon aus, dass es die Übersetzung der englischen Vorlage ist, oder weicht dies von diesem ab?

BTW, muss ich mir auf die Weihnachtsliste schreiben.

Macht neugierig!

PS: Bin schon gespannt auf Dein Buch.

Wann gibt es dass den in den Listen von Amazon?

Gravatar von Jens GrochtdreisJens Grochtdreis (#)
20.10.2005, 10:49

@Jörg: Das CSS-Kochbuch ist auch von einem kompetenten Autor, der übrigens bei “Professional CSS” mitschreibt. Aber gut ist es trotzdem nicht. Im Orginal ist es voller Fehler, die Übersetzung . ist besser. :-)
Ich habe “Eric Meyer on CSS”. Mittlerweile fasziniert es mich nicht mehr so, weshalb ich mir auch den Nachfolger (noch ?) nicht besorgt habe. “Bulletproof Webdesign” ist da viel interessanter (ich muß nur mal weiterlesen). Mich schreckt wahrscheinlich auch ab, daß Eric Meyer grafisch genauso ne Nulpe ist, wie ich. Es ist ein bischen wie bei Kochbüchern: ich brauche ein leckeres Bild, damit ich Lust bekomme, das Rezept zu kochen. Genau daran scheitern in meinen Augen fast alle Computerbücher. (Nicht am kochen!!!)

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Vorheriger Artikel: Korrektes Charset für Trackbacks in Movable Type, nächster Artikel: Rollyo nun mit Suchbox für die eigene Site