Einführung in das Screencasting
Das Aufnehmen von Bildschirmabläufen zur besseren Verdeutlichung von Sachverhalten, als Tutorial oder Screencast gibt es schon lange. Mit zunehmender Bandbreite und und mit immer ausgereifteren Programmen wird es immer einfacher, auch umfangreiche Video Tutorials zu gestalten und diese mit anderen zu teilen. Vor einiger Zeit begann ich selbst, mich an das Thema Screencasting in Form von Photoshop Video-Tutorials heranzuwagen. Mittlerweile habe ich großen Gefallen daran gefunden und möchte das Thema u.a. hier auf Screencasting.de weiter vertiefen.
Die folgende Einführung ist in abgewandelter Form bereits auf pixelgraphix unter dem Titel Screencast und Screencasting: Bildschirmabläufe als Tutorial aufnehmen, bearbeiten und veröffentlichen erschienen. Ich plane diesen Artikel hier weiter auszubauen.
Im Folgenden wird eine kleine Einführung in das Thema Screencasting gegeben. Dabei werden die wichtigsten Tools und Anlaufstellen angesprochen.
- Screencast, was ist das eigentlich?
- Welche technischen Voraussetzungen benötigt der Nutzer?
- Was benötigt man um Video-Tutorials aufzunehmen?
- Screencasting: Screencasts im Abonnement als RSS
- Weiterführende Informationen und Links
»Screencast«, was ist das eigentlich?
Ein »Screencast« ist eine Aufzeichnung von Bildschirmabläufen, der Zusammenhänge besser verdeutlichen soll und vom Nutzer als Video-Tutorial betrachtet werden kann.
A screencast is a digital recording of computer screen output, often containing audio narration. Although the term screencast dates from 2004, products such as Lotus ScreenCam were used as early as 1993 … The term was coined by columnist Jon Udell in 2004 in an article 1 describing the benefits of using the technique as a way to show other users applications he found interesting. Wikipedia
Die Tutorials oder Aufnahmen allgemein können in ganz unterschiedlichen Formaten, z.B. als Flash-Film, als Powerpoint-Präsentation, als Film (im AVI-, WMV-, oder MOV-Format), als HTML-Seitenpaket zur Verfügung gestellt werden.
Welche technischen Voraussetzungen benötigt der Nutzer?
Die technischen Voraussetzungen, die man mitbringen muss, um einen Screencast anzuschauen sind ganz unterschiedlich, jedoch auf den meisten Rechnern vorhanden. Die Anbieter der Tutorials weisen in den meisten Fällen darauf hin, wenn eine »Spezialausrüstung« erforderlich ist. So kann es sein, dass man die auf dem Rechner installierte Programmversion eventuell auf eine aktuelle Version aktualisieren muss.
Was benötigt man um Video-Tutorials aufzunehmen?
Es gibt eine Reihe von Programmen, die man für die Aufzeichnung von Screencasts verwenden kann. Diese setzen ihre Schwerpunkte ganz unterschiedlich und man sollte sich vor dem Kauf ganz genau überlegen, welche Features notwendig sind.
Will man neben den Bildschirmabläufen auch Ton aufnehmen, muss ein funktionstüchtiges Mikrofon vorhanden sein. Will man die Bild-in-Bild-Funktion nutzen, die manche Programme mitbringen, muss eine Kamera, z.B. in Form einer Webcam, vorhanden sein.
Screencast Software für Windows
Camtasia Studio. Die »eierlegende Wollmilchsau« unter den Screencast-Werkzeugen. Camtasia erlaubt die simultane Aufnahme von Bild und Ton mit Hervorhebungen. Die Filme können nach der Aufzeichnung umfassend editiert werden, Spuren und Effekte können hinzugefügt und bearbeitet werden. Es stehen viele Export-Formate zur Verfügung. Mit $300 ist das Werkzeug allerdings auch sehr teuer.
BB FlashBack. BB FlashBack bietet nicht ganz so viele Features wie Camtasia, erlaubt aber ebenfalls, Bild und Ton gleichzeitig aufzunehmen. Die Vollversion kostet $200, es gibt auch eine Light-Version, die mit $39 erheblich günstiger ist, aber kein nachträgliches Editieren mehr zulässt.
Adobe Captivate. Früher Macromedia Captivate und noch früher als RoboDemo bekannt, liefert Captivate Screencasts als Flash-Applikationen. Mit €450 ist es sehr teuer. Einen Vergleich zwischen Camtasia und Captivate liefert dieser Beitrag.
Wink. Gerade in Version 2.0 erschienen, unterstützt die Freeware Wink nun auch die Aufzeichnung von Ton, allerdings nicht simultan zum Film. Wink kann nicht, wie die zuvor genannten Programme Movies erstellen, exportiert aber als Flash, PDF, HTML oder EXE.
Screencast Software für Mac OS X
Snapz Pro X. Was Camtasia für Windows ist, ist Snapz Pro X für Mac OS X. Es lassen sich problemlos Quicktime-Movies und auch Screenshots erstellen. Allerdings sind die Annotationsmöglichkeiten nicht so umfangreich, wie die des Windows-Werkzeugs.
iShowU. Ganz frisch am Start ist iShowU, das sich momentan in der Beta-Phase befindet. Ohne viele Einstellungen vornehmen zu müssen, können Bildschirmabläufe schnell aufgezeichnet werden. Allerdings fehlen Möglichkeiten, die so erstellen Quicktime-Movies zu editieren und annotieren.
Integrierter Bestandteil von Mac OS X ist iMovie, mit dem sich aufgenommene Filme bearbeiten lassen. So ist es nicht verwunderlich, das diese Features bei den Werkzeugen für den Mac keine große Rolle spielen.
Screencasting: Screencasts im Abonnement als RSS
Screencasting ist analog zum Podcasting das Publizieren und automatische Herunterladen von Movies per RSS. Die eingebundene Datei (ein Quicktime-Movie) taucht dann im RSS-Feed des entsprechenden Weblogs als »Enclosure« auf und wird vom Feedreader verwertet. Besonders komfortabel ist die Gestaltung eines Feeds über den Dienst Feedburner, der dank der Option »SmartCast« die notwendigen Einstellungen bereitstellt, die Screencasting benötigt.
Makes podcasting easy in feeds that normally cannot support it. Link to MP3s, videos, images, and other digital media in your site content and SmartCast creates enclosures for them automatically. Optionally adds elements required for a richer, more detailed listing in iTunes Podcast Directory and sites using Yahoo Media RSS.
So kann man alle Informationen eingeben, die benötigt werden wenn das Feed auch bei iTunes gelistet werden soll.
Man schreibt also seine Weblogbeiträge so wie man es gewohnt ist und verlinkt das entsprechende Quicktime-Movie im Text. Alles andere machen die Weblog-Software und Feedburner. Besucher, die keine Feeds lesen, können sich die Screencasts dann ganz normal über die Webseite anschauen.
Weiterführende Informationen und Links
Tiefergehende Informationen zu Screencasts und Screencasting
- Vergleich von Screencasting-Tools bei DonationCoder.com
- O’Reilly — What Is Screencasting
- Screencast – Wikipedia, the free encyclopedia
- Screencasting: Screen Capture Software Review & Tricks » Digital Inspiration: Productivity Tips, Technology, Software, Screencasting, Downloads, Reviews
- Technorati Tag: Screencasting
Interessante Screencasts
Eigene Screencasts
- Photoshop-Screencasts bei screenz.de
- Webdesigns in Photoshop auf potentielle Probleme bei Farbblindheit testen
- FireBug – Firefox Erweiterung für Webentwickler
- Flock Screencast: Flock Beta1 im Live-Test
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Kommentare und Feedback (2)
Folgende Seiten verweisen auf diesen Beitrag
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22.06.2006, 21:02
Hallo Manuela,
ich habe heute Wink 2.0 getestet, man kann schon während der Aufnahme die Audio-Spur simultan mitaufnehmen, aber die Qualität lässt sehr zu wünschen übrig. Auch nachträgliches Vertonen via Audacity hilt auch nicht viel, da die Samplerate runtergesetzt werden muss, und durch das Rendern von Wink in Flash gibt es nochmal Qualitätsverluste.
Der Entwickler verspricht lt. dem Anwenderforum im nächsten Release, entsprechende Optionen zur Regelung der Audiowerte einzubauen.
Fazit: Wink ist aus meiner Sicht für Screencasting ohne Ton u gebrauchen.
Interessant wäre noch zu testen, wie folgendes Tool Wink-Audio-Combine sich mit Wink. Hier ist allerdings auch nur eine nachträgliche Vertonung drin, und man benötigt noch zusätzlich die SWFTools.
Außerdem gibt es im ZPID-Blog zu E-Learning in der Psychologie einen Vergleich der Programme Wink und Captivate.
MfG,
Hagen Röwer
08.06.2007, 11:28
hallo,
wenn ich eine Quicktime Datei als Enclosure via Podpress in meinen Feed einbinde, wird die dann in meinem Feedreader (netvibes) nur als Quicktime Logo angezeigt und ist nicht abspielbar. Gibt es dafür eine Lösung?