Ranking, Toplisten und Charts

01.03.2007, 18:24 in netzwelt, statistik. Trackback-URL, Kommentar-Feed.

pixelgraphix ist aktuell auf Platz 12 der am häufigsten gelesenen deutschprachigen Business Blogs, offensichtlich von 7 gefallen. Diese Liste basiert auf den eher unsicheren Zahlen, die Alexa auswirft. Auf Nanoblogs erklärt Marcus warum. Bei Technorati verlinken 494 Blogs hierher was einen Rang von 5,338 unter allen Blogs weltweit ausmacht. Dann gibt es da noch die top100-business-blogs, wo pixelgraphix sogar einen guten siebenten Platz einnimmt. In den Deutschen Blogcharts ist es Platz 21, bei Blogscout Platz 30 und bei Seitwert ein sagenhafter Platz 67 von 7689 gleich vor www.ciao.de und nach der tu-dresden.de. Viele Blogs gibt es nicht, die bei Seitenwert vor pixelgraphix liegen und gar sehr wenige von ihnen werden von Einzelpersonen betrieben. Bestimmt gibt es noch mehr Listen und Rankings. Mint hat heute bisher knapp 2000 reale Besucher gemessen und mir wird es ganz wirr im Kopf. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, wenn einem tagtäglich ein neues Ranking nach dem anderen entgegengeworfen wird?
In meinem Kopf hält sich wacker der Spruch »Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast« und der bewahrheitet sich immer wieder. Rein technische Messungen wie sie z.B. Technorati liefert, reichen dem einen nicht, der andere mag den Algorithmus der neuen Topliste nicht erklären weil Missbrauch befürchtet wird … Dann frage ich mich auch nach dem 2. Business-Blog-Karneval immer noch, was ein Business-Blog eigentlich ist und ob das hier zutrifft.

Nicht falsch verstehen: Ich freue mich wirklich, dass dieses Blog unter den genannten Rankings so gut vertreten ist, aber was bringen diese Platzierungen? All die Blogs, deren Namen ich gestreift habe, als ich diese Zahlen zusammengesucht habe, finde ich aufgrund ihrer Platzierung nicht spannender oder langweiliger als vorher. Besucher und spätere Kunden (wichtig) kommen meist über Suchmaschinen, Tipps von Bekannten, Lesern meines Buches, XING oder immer wieder »per Zufall« auf diese Seiten. Und deshalb frage ich mich, ob es immer wieder neue Listen braucht und welche Bedeutung sie wirklich haben? Findet man über ein solches Ranking die Blogs, an denen man hängen bleibt? Ich finde diese meist in den Artikeln anderer Autoren oder in Blogrollen.

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Kommentare und Feedback (17)

Gravatar von AndreasAndreas (#)
01.03.2007, 18:35

Das musste mal raus, oder? Ich sehe das ebenso. Habe kein Blog also auch kein so erfolgreiches. Orientieren tue ich mich am Content, nicht an Listen.

Gravatar von Hannes MehringHannes Mehring (#)
01.03.2007, 19:02

Definitives ack! Bei diesen Listen schwirrt in meinem Kopf immer der ordinäre Begriff Schw…vergleich umher. Blogs gehören gelesen, weil sie inhaltlich gut sind und nicht, weil sie möglichst viel Traffic erhaschen. Ich hatte bei Dir, Manuela, nie das Gefühl, dass Du Wert auf irgendwelche Listen legst und das ist auch gut so.

Gravatar von Jörg PetermannJörg Petermann (#)
01.03.2007, 19:13

Was wirklich Bestand hat – neben den vielen Aufstellungen – sind Mister Content, Madame Inspiration und Fräulein Eifer, die langfristig gesehen die besten Leser und einzigartige Impulse bringen.

Auch wenn viele Listen Futter fürs Ego sind, die meisten lassen sich zu einfach manipulieren. Die drei guten Freunde kaum.

Gravatar von adad (#)
01.03.2007, 19:18

Deine Blogs haben Vorbildfunktion – da wunderst du dich über gute Platzierungen in den Charts?

Gravatar von StefanStefan (#)
01.03.2007, 19:50

Ranking kann man vergessen.
Sonst endet das noch so wie in der Werbung, wo ganze Abteilungen der großen Agenturen nur noch Arbeiten für das Ranking machen und nichts Produktives mehr.

Gravatar von Nicole SimonNicole Simon (#)
01.03.2007, 23:47

Und man sollte auch all die Blogs nicht vergessen, die sich z.B. an Listen nicht beteiligen, für die man auf einmal ein Widget einbauen muß – mit dem sich dann die Trafficdaten und noch viel wichtiger der Suchmaschinentraffic ablesen läßt … :)

Gravatar von CHR!$CHR!$ (#)
02.03.2007, 06:57

nunja, hin und wieder Zahlen zu hören finde ich okay, wie man diese bewertet und gewichtet sollte aber jeder für sich entscheiden.
schließe mich da andreas an: content statt listen.

Gravatar von adad (#)
02.03.2007, 07:31

Meint ihr nicht, dass man in diese Listen nur reinkommt, wenn man auch Content bietet? ;)
Was nicht heißen soll, dass diejenigen die nicht drin sind keinen Content haben. Ähm – ihr wisst, was ich meine…

Gravatar von ManuelaManuela (#)
02.03.2007, 08:19

@Jörg: Das ist schön zusammengefasst. Kann man nur hoffen, dass sich die 3 immer gut vertragen :-).

@Martin: Ich wundere mich nicht, dass pixelgraphix vertreten ist sondern über die Vielzahl und angebliche Notwendigkeit, Dinge zu messen und zu vergleichen, die gar nicht zu vergleichen sind. Dieses Blog kann man nicht mit dem Bild-Blog und auch nicht mit dem Frosta-Blog vergleichen, finde ich. Warum sollte man auch?

Und der Hinweis von Nicole ist auch sehr wichtig. Gar nicht alle Blogs machen z.B. beim Blogscout mit …

Gravatar von JohnJohn (#)
02.03.2007, 09:52

Rankings, PageRanks, Backlinks und Co. sind möglicherweise für die Langzeitmotivation nicht zu verachten.

Andererseits bedeutet mir persönlich ein direkter Kommentar oder eine Mail wesentlich mehr, als das Wiederfinden in einigen Charts. Wenn jemand schreibt, daß ihm einer meiner Beiträge in irgendeiner Form geholfen oder inspiriert hat… da wird mir warm ums Herz. :-)

Zumal, wenn ich mir z.B. die deutschen Blogcharts anschaue, sind auf den ersten Plätzen kaum Seiten die mich interessieren. Verlinken nicht viele einfach auf Webseiten, weil andere auch dorthin verlinken?

Gravatar von YehudaYehuda (#)
02.03.2007, 11:08

>Deine Blogs haben Vorbildfunktion

In der Tat – Dieses Blog hier ist eines der wenigen von Webworkern, das sich an Webstandards hält. Bis auf einer <a >Kleinigkeit</a>, ist Pixelgraphix auch in technischer Hinsicht mehr als vorbildlich.

Gravatar von ChristianChristian (#)
02.03.2007, 20:49

Ich denke, Du sprichst da einen der ganz großen Widersprüche an, mit denen man rund um das Thema “Blogs” ständig konfrontiert wird:
Zum einen wird der Wert der Blogs, der Wert des User generated Content hochgepriesen und ich zitiere mal sinngemaäß einen der Panelteilnehmer vom Podcastday 2006 “Es ist egal, wie viele Leser ein Blog hat, wenn der Autor und seine 20 Leser sich gegenseitig etwas geben”.
Andererseits lieben aber alle jede Form von Schwanzvergleich und messen sich, ihren und den Wert anderer in Listen und Charts.
Ich denke, es ist eben ein fehlender Maßstab – und dann zieht man sich eben wieder auf Zahlen zurück.
Aber Verkaufszahlen haben ja auch noch nie etwas über die Qualität von Musik ausgesagt ;-)

Gravatar von PaulPaul (#)
03.03.2007, 20:24

Sehe es doch einmal positiv: Von jeder neuen Liste bekommst du meist einen Backlink und wirst so in den Suchmaschinen immer besser gelistet – und das bringt dir auch wieder noch mehr Kunden und Stammbesucher (das ist ja schließlich dein Ziel laut des Posts)
Was mich mal interessieren würde: Wieviele Besucher finden denn täglich über diese Charts zu dir?

Gravatar von EugenEugen (#)
05.03.2007, 19:25

auf die Alexa Zahlen kann man sich schlecht verlassen. Ich vertraue lieber meinem Counter, obwohl er auch ab und zu launerische Tage hat.

Gravatar von Kai MüllerKai Müller (#)
05.03.2007, 20:01

Sehr interessant! Ich habe mich anfangs, als ich mit meinem Blog gestartet bin, auch bei mehreren “Countern” angemeldet und sie eingebunden. Grund: “Die totale Kontrolle” :) – oder besser: man will wissen wo man steht. Konkurrenzdenke haben die meisten und das nichtzufriedensein führt zur Motivation und die vielleicht zu besseren Ergebnissen = mehr Besucher. Das ist wie bei Horoskopen: ich mag die nicht – ausser es steht was gutes drin.

Was bei den vielen Statistiken auffällt, gerade am Beispiel der Blogscout-Liste (von der ich nicht weiss, was da wie funktioniert): im deutschsprachigen Bereich wird regelrecht Inzest forciert: Welcher Blog verweisst auf welchen Blog? Wer hat wen in seiner Blogrolle?
Blogs werden gelesen von wem? Genau, von Bloggern. Erfolgreiche Ausnahmen gibt es sicherlich, aber viele sind es meiner Ansicht nach nicht.

Meine Besucher kommen im Durchschnitt zu 60% von Google. Der Rest verteilt sich auf Bookmarks und andere Verweise. Aber auch über die “Schwanzvergleich”-Liste habe ich einige Besucher. Ich schätze mal, dass das die sind, von denen ich später ne Mail bekomme: “Unser Produkt XY…”

Und wenn es eine Feedreader-Abo liste gäbe, wärst du sicherlich auch in den Top-10.

Gravatar von Thorsten UlmerThorsten Ulmer (#)
07.03.2007, 10:44

Liegt es nicht in der Natur des Menschen sich mit anderen messen zu müssen? Von Kindesbeinen an messen wir uns mit anderen. Ich kann schneller laufen als Du. Ich bin größer als Du. Mein Bruder ist älter als Deiner. Irgendwann geht es dann um Schulnoten. Dann um die Freundin, irgendwann um’s Gehalt, um’s Auto usw., usw.

Dieses Bestreben für alles und jeden ein Ranking zu haben, basiert meiner Meinung nach genau auf dem menschlichen Bedürfnis sich zu messen. Besser zu sein. Natürlich werden diese Daten heute hauptsächlich für Marketingzwecke benutzt und teilweise auch nur deshalb veröffentlicht.
Im Endeffekt muss jeder selber entscheiden, was bei einer wirklich rationalen, realistischen Sichtweise auf diese Listen noch übrig bleibt. Und Blog-Rankings gibt es wahrhaftig mehr als genug.

Gravatar von Yannick EcklYannick Eckl (#)
10.03.2007, 13:30

Thorsten Ulmer hat definitiv Recht. Es liegt in der Natur des Menschens selber, sich mit anderen zu messen, sich zu profilieren.

Deshalb ist es legitim das Counter und Rankings sehr beliebt sind.

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