Twitter macht in deutschen Blogs die Runde

12.03.2007, 14:14 in blogging, twitter. Trackback-URL, Kommentar-Feed.

Twitter Eigentlich sehr erstaunlich, dass Twitter erst jetzt in der deutschen Blogsphäre etwas eingehender beleuchtet wird, denn anderswo ist es schon lang ein alter und offensichtlich gern getragener Hut. Was ist Twitter? Die verlängerte Hand des Geeks? Twitter macht es dem Nutzer extrem leicht, schnell Nachrichten ins Netz zu stellen und hat somit hohes Suchtpotential. Man kann seine maximal 140 Zeichen pro Information über den Browser, per IM, per SMS und über alle möglichen Tools an Twitter senden und abrufen. Registrierten Nutzern steht es frei, diese Infos frei zugänglich zu machen oder sie nur bestimmten Freunden zu zeigen. So kann man also relativ »privat« mit Freunden kommunizieren oder der absoluten Öffentlichkeits-Strip hinlegen indem man Twitter beispielsweise auch in die Sidebar des eigenen Blogs integriert und jede Aktivität sendet.

In Sitze grübelnd am MacBook fragte ich mich schon im November des letzten Jahres, ob und warum dieses Phänomen funktioniert. Bis heute habe ich für mich keine wirkliche Antwort gefunden. Ich finde die Idee einerseits sehr spannend: Schnell mal eine Notiz in die Runde geworfen, mal einen Link oder einen Hinweis posten und eben diese Informationen von anderen Personen lesen… Nett! Aber: Wo hört die Grenze der Privatsphäre auf?
Es gibt immer Menschen, die das ausnutzen und zwar im negativen Sinne. Wer beruflich im Netz unterwegs ist, muss damit rechnen, dass potentielle Kunden, Kollegen, Chefs etc. mitlesen. Will ich wirklich immer und ständig erreichbar sein? Für mich ist die ganz klare Antwort: Nein, will ich nicht. Darauf sollte man das Phänomen Twitter auch nicht reduzieren, denn es steht ja jedem frei, soviel Preis zu geben, wie man möchte. Aber wie gesagt, ich finde die Thematik unheimlich spannend. Und es ist interessant zu sehen, dass viele Menschen es als Chance sehen, andere noch besser kennen zu lernen oder über den eigenen Tellerrand zu schauen. Ach ja, pixelgraphix twittert schon seit November eher nie hier ;-).

Für alle, die sich selbst ein Bild machen möchten, habe ich ein paar Links zusammengestellt:

Kritisch angeschaut

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Kommentare und Feedback (13)

Gravatar von MartinMartin (#)
12.03.2007, 14:20

Ich hab mein Twitter grade gestern in meinem Adium eingebaut – in meiner Abwesenheits-Nachricht (ich bin standardmäßig immer auf “Away”) steht nun mein letzter Twitter… so wissen meine Kontakte immer was ich grade am machen bin. In die nächste Version meines Blogs kommt das sicherlich auch rein.

Gravatar von ReneRene (#)
12.03.2007, 15:42

Ich weiß, ich muss Twitter nicht nutzen, aber nur mal rein rhetorisch gesprochen: Muss ich denn noch mehr vor dem Computer sitzen? Reicht es mittlerweile gar nicht mehr, einmal am Tag seinen Freunden o.ä. eine simple E-Mail zu schreiben?

Wie gesagt: Rein rhetorisch gesprochen.

Gravatar von ManuelaManuela (#)
12.03.2007, 16:17

Rene, ich denke, der große Reiz an Twitter ist grade das man auch per SMS posten kann. Muss man also gar nicht unbedingt vor dem Rechner sitzen ;-).

Gravatar von ReneRene (#)
13.03.2007, 08:05

DAS ist natürlich ein Argument, Manuela. ;-)

Gravatar von ManuelaManuela (#)
13.03.2007, 08:40

Dachte ich mir, Rene :-).

Gravatar von ReneRene (#)
13.03.2007, 08:51

Dennoch verstehe ich den Sinn dieser Applikation nicht. Geht es bei twitter um permanente Erreichbarkeit?

Gravatar von ManuelaManuela (#)
13.03.2007, 09:17

Nein, ganz im Gegenteil, es geht um permanentes Sendeverlangen und die Möglichkeit Informationen schnell ins Netz zu bekommen.

Gravatar von ReneRene (#)
13.03.2007, 09:21

Danke, dass du es für mich als begriffsstutzigen auf den Punkt gebracht hast. :)

Gravatar von jensjens (#)
13.03.2007, 11:38

Das kann man auch als billige Rund-SMS zur Planung der Abendveranstaltungen nutzen. Erspart uns mittlerweile einiges an Telefonketten.

Gravatar von FranzFranz (#)
15.03.2007, 21:02

Ich halte von twitter nichts. man sollte auch mal abstand zum internet halten können…

Gravatar von BillyBilly (#)
18.03.2007, 20:42

Als ich im letzten Jahr das erste mal davon hörte, habe ich mich auch gefragt „Wofür?“. Aber klar – quasi aus beruflichen Gründen ;) – hab ich mich dann auch angemeldet (billy1848), nur mal schnell gucken und es ausprobiert. Langsam verstehe ich worin bei Twitter der Reiz liegt. Wenn man der Arbeit wegen einen großen Teil des Tages am Rechner sitzt, macht es irgendwie Spaß so ganz nebenbei mitzubekommen, was andere – ob Freunde oder Unbekannte – so treiben und mit was Sie sich beschäftigen. Eventuell kann man sich sogar inspirieren lassen und auf andere Gedanken kommen. Ich denke schon, dass das ganze noch Potential hat. Mal schauen wohin sich das entwickelt und welche kreativen Nutzungsmöglichkeiten sich dabei noch ergeben, an die vielleicht auch bei den Twitter Machern noch niemand gedacht hat. In der Projektarbeit kann das vielleicht auch noch mal ganz nützlich werden.
Zum Thema Seelenstrip: Bleibt ja wirklich jedem selbst überlassen was genau bei “What are you doing?” so alles eingetragen wird. Über aktuelle Projekte, den privaten Musikgeschmack und welches Buch aktuell gelesen wird, informiert heute ja nun auch beinahe jeder Block.

Gravatar von NemoflowNemoflow (#)
19.03.2007, 21:58

Einer der angeblichen Blogger Koryphäen finds toll und alle anderen steigen drauf ein und fallen wie die Dominosteine hinterher. “Jaiku” kann dasselbe…und mehr und besser und schöner und schneller…und…und…und…

http://nemoflow.jaiku.com/

Gravatar von ManuelaManuela (#)
20.03.2007, 08:16

@Nemoflow: Gibt es denn für Jaiku auch so umfangreiche Tools? Was mir sehr schnell ins Auge fällt ist die Werbung, die bei Twitter fehlt.

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