Notizen

Die Woche war schnell rum. Es gibt da ein Projekt, über das ich nicht berichten kann, das aber gut vorangeht und eine Menge Spaß und Arbeit macht. Es ist anspruchsvoll und erfordert viel Liebe zum Detail. Und so wechseln sich Phasen von Hyperfokus mit solchen voller Prokrastination ab. Ist ja aber auch schön, eine saubere Wohnung zu haben 🙃.

Da es nun endlich mal beständig wärmer und sonniger in Berlin ist, war ich dreimal morgens Walken und am Wochenende Fahrradfahren. Am Wannsee veranstaltet Globetrotter wieder eine Wochenendpräsentation von Outdoor-Utensilien, was vor allem deshalb toll ist, weil man auch die Boote kostenfrei ausprobieren kann. Das freut die Drachenbootfahrer in der Familie. Ich habe null Probleme damit, derweil die Medien zu machen und auf das wasserscheue Zeug aufzupassen - draußen. Yoga war auch. Es sollten Fotos für eine Website gemacht werden, was für die blinden Teilnehmer eine wichtige und unkomplizierte Sache war, für die sehenden nicht so.

Jetzt habe ich bestimmt fünfmal mehr Buchstaben gelöscht, als ich geschrieben habe 🙄. Unsere erste Corona-Impfung war fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, wie die Tochter heute morgen feststellte. Der Gedanke daran löst so viele Emotionen und Erinnerungen aus, die ich gar nicht in Worte fassen kann, obwohl ich ja wollen würde. "Nervenbündel" beschreibt es ganz gut … Es war auch die Zeit, in der mir klar wurde, dass es einen Grund geben könnte für mein Anderssein, für das Gefühl der immer währenden Erschöpfung und des Nichtzurruhekommens. Es dauerte dann noch ein halbes Jahr bis ich Gewissheit durch die ADHS-Diagnose bekam. Und dann noch ein weiteres halbes Jahr bis ich ein Medikament bekam, das mir zum ersten Mal im Leben einfach mal Ruhe in den Kopf zauberte. Irre, wie die Zeit vergeht.
In dieser Woche habe ich eben dieses Medikament immer mal weggelassen, um wieder zu wissen, wie es ohne ist. Ich hatte tatsächlich verdrängt, dass ich einfach immer einen Audiokommentar im Hirn habe, dass ich Gespräche und Gedanken immerfort zurück- und vorspule, nebenbei Schritte und Stufen zähle, Ideen und Themen im Sekundentakt generiere, die sich sowas von elektrisiert anfühlen und leider genau so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. Dass ich ständig an irgendwas rumfummeln muss, unruhig und getrieben bin - auf die nervige Art. Dass ich zig Ideen haben, aber sie nicht sortieren und vor allem nicht umsetzen kann, egal wie sehr ich es will. Und diese Unsicherheit, ob ich nicht gerade irgendeinen Murks verzapft habe, weil ich wieder völlig abgelenkt im eigenen Kopf unterwegs war, die hatte ich auch verdrängt. Und das waren richtig gute Tage ohne Angst und Dunkelheit. Nix “Modediagnose”, nix “ADHS haben jetzt ja alle”. Es nervt so, das jeden Tag zu lesen. Es hat sich so viel zum Positiven verändert für alle hier, seit ich weiß, woran ich bin. Dieses Nervenbündel von vor zwei Jahren bin ich seit ich von meinem ADHS weiß tatsächlich nie wieder gewesen und dafür dankbar.

Ach ja, Wochenrückblick. Ich glaube, ich habe Sascha ein kleines bisschen mit Kirby angesteckt. Das freut mich.
Ein paar Podcast-Folgen gab es auch noch:

Kann sich noch jemand an die Todo-App Clear erinnern? Ich weiß noch, dass ich sie eine zeitlang sehr gern verwendet habe. Die Entwicklung geht tatsächlich weiter!

So, habt einen schönen Sonntag und dann einen guten Start in die Woche!

  • Eine Tasse Kaffee auf einem Tisch
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